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Spiroergometrie

Diese nichtinvasive Untersuchung ist ein diagnostisches Verfahren in der Kardiologie und Pulmonologie, mit der die Leistungsfähigkeit des Herzkreislaufsystems und der Lunge untersucht wird. Neben einer körperlichen Belastung (Fahrradergometer oder Laufband; bei uns im Kardiocentrum aber nur Fahrradergometer!) werden bei der Untersuchung die Lungenventilation und die Atemgase untersucht, registriert werden neben Ekg und Blutdruck ggf auch Laktat und arterielle Blutgase. Die Untersuchung kann bei Patienten rein diagnostisch und bei Sportlern zur Beurteilung von Fitness und Trainings-Erfolg eingesetzt werden. Die Spiro-Ergometrie ist eine vergleichsweise risikoarme Untersuchung, wie beim Belastungs-EKG steigen Herzfrequenz und Blutdruck an, manchmal kommt es zu Rhythmusstörungen und thorakalen Beklemmungsgefühlen, am Belastungsende regelhaft zu vermehrter Luftnot; da bei der Untersuchung immer ein Arzt anwesend ist und das EKG kontinuierlich registriert wird, kann die Untersuchung bei Beschwerden oder EKG-Veränderungen ggf sofort beendet werden.

Bei der Spiroergometrie erfolgt nach einer Messung in Ruhe die Belastung in der Regel am Fahrradergometer mit  kontinuierliche Steigerung der Belastungsintensität. Die Ausgangsbelastung (z.B. 50W) und die Intensität der Belastungssteigerung (10-50W /min) werden dabei an die körperliche Leistungsfähigkeit des Probanden unter Berücksichtigung von Alter, Fitness und eventuellen kardialen oder pulmonalen Vorerkrankungen angepasst. Bei Untersuchungen von Sportlern kann auch eine entsprechende Untersuchung auf dem Laufband erfolgen, bei der zur Belastungssteigerung die Steigung des Laufbandes im Sinne eines Berganlaufens kontinuierlich erhöht wird. Neben EKG und Blutdruck werden beim Patienten die Atemgase untersucht, dazu wird eine luftdicht abschließende Maske auf Mund und Nase gesetzt, der Patient atmet Raumluft, gemessen werden Atem-Frequenz, Atem-Volumina sowie die Konzentrationen von Sauerstoff und Kohlendioxid. Als Untersuchungsdauer wird eine Zeit von 7 bis 10 min angestrebt, im Anschluss erfolgt noch die Überwachung in der Erholungsphase für weitere 5 bis 10 min.

Die Untersuchung endet bei Erschöpfung des Probanden, aus kardiologisch-pulmonaler Sicht ist es dabei wichtig, dass der Proband die anaeroben Schwelle erreicht und überschreitet, die dann einsetzende Anreicherung von Milchsäure bei anaeroben Energieproduktion definiert letztlich dann den Grenzbereich der individuellen Leistungsfähigkeit. Im Gegensatz zum konventionellen Belastungs-EKG oder Streßechokardiogramm erlaubt die Spiro-Ergometrien eine Aussage über die Mitarbeit des Probanden.

Die erhobenen Untersuchungsbefunde werden vom Computer ausgewertet und in Form von Diagrammen und einer Zusammenfassung wesentlicher Leistungsparameter aufbereitet. Die Untersuchungen können in der Patientenversorgung eine Einschätzung von Herzschwäche und pulmonalen Limitationen bei entsprechenden Vorschäden liefern, unterschieden werden können pulmonale und herzinsuffizienzbedingte Einschränkungen der Leistungsfähigkeit. Von Bedeutung ist die Untersuchung vor größeren Operationen, zum Beispiel bei Herz-und Lungentransplantationen. Die Spiroergometrie kann durch zusätzliche Messung von Laktat und Blutgasen im Leistungssport auch eine zuverlässige Einschätzung von Trainingserfolg und Leistungsfähigkeit leisten und damit eine Optimierung von Trainingsprogramm ermöglichen.