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Kardio CT

Darstellung des Herzens und der Herzkranzgefäße mit einem Computertomographie (Cardio CT) an der Klinik Rotes Kreuz.

In Kooperation mit der Radiologie Adickessallee werden an der Klinik Rotes Kreuz mit einem modernen Computertomographen (CT) Untersuchungen des Herzens und der Herzkranzgefäße durchgeführt.

Wie funktioniert ein Computertomograph?

Bei der Computertomographie werden mittels Röntgenstrahlen und einem um den Patienten rotierenden Röntgenröhren-Detektorsystem Schnittbilder des Körpers erstellt, während dieser auf einem beweglichen Tisch durch das Gerät gefahren wird.

Die Untersuchungen werden mit einem „64 Zeiler“ durchgeführt, d.h. im Unterschied zu herkömmlichen Geräten (4,16 oder 32 Schichten) können 64 dünne Schichten gleichzeitig aufgenommen werden. Die Untersuchungszeit wird dadurch verkürzt und die Bildqualität deutlich verbessert. Somit können auch sehr kleine und bewegliche Strukturen dargestellt werden. Insbesondere die Darstellung der Herzkranzgefässe hat sich hierdurch erheblich verbessert.

Die Untersuchung des Herzens und der Herzkranzgefässe bezeichnet man als Cardio-CT.

Die benötigte Strahlendosis liegt mittlerweile unter der bei einer konventionellen Herzkatheteruntersuchung erforderlichen Strahlendosis (2 – 5 mSv).
Die individuell benötigte Strahlendosis kann schwanken, sie ist u.a. abhängig von der Untersuchungsdauer und der Körperkonstitution.

Modernes Multislice-CT im Rot-Kreuzkrankenhaus

Bei welchen Fragestellungen ist ein Cardio CT des Herzens sinnvoll?

1. Bestimmung des Kalkgehaltes in den Koronarien

Mit einem Cardio CT kann Kalk in den Koronargefäßen nachgewiesen werden und eine Quantifizierung des Kalkes („Kalkscore“) durchgeführt werden. Der Patient wird hierzu während einer Atemanhaltephase (ca. 6 Sekunden) untersucht. Es wird in dieser Zeit ein kompletter dreidimensionaler Datensatz des Herzens erstellt und durch ein spezielles Computerprogramm die Menge des Kalkes bestimmt. Das Ergebnis wird mit alters- und geschlechtsspezifischen Normwerttabellen verglichen. Mit dem Ausmaß des Koronarkalks kann eine Aussage gemacht werden über das Risiko, in Zukunft einen Herzinfarkt zu erleiden. Für den betroffenen Patienten können somit wichtige Therapieentscheidungen getroffen werden (Bild Kalkscore).

Die markierten Stellen zeigen Kalkablagerungen in den Koronarien

2. Cardio CT mit intravenöser Kontrastmittelgabe
(nichtinvasive CT-Koronarangiographie)

Bei entsprechender Fragestellung, z. B. Vorliegen von Verengungen (Stenosen) an den Herzkranzgefäßen oder Bypässen, wird über eine Armvene Kontrastmittel in den Körper eingebracht (ca. 80 ml). Durch die Kontrastierung der Herzkranzgefäße können diese dargestellt werden und das weitere Behandlungskonzept festgelegt werden.
Es kann z. B. überprüft werden, ob Bypässe offen und damit funktionstüchtig sind (Bild Stenose und Bypässe).

Darstellung der Vorder- und Seitenwandarterie mit Kontrastmittel. Unauffällige Darstellung. Kein Nachweis von Kalkablagerungen oder Verengungen.
Darstellung der Hinterwandarterie. Unauffällige Darstellung. Kein Nachweis von Kalkablagerungen.
Unauffällige Darstellung aller Herzkranzgefässe in einer „Aufsicht“.
Diese CT-Darstellung des Herzens mit Kontrastmittel zeigt eine bedeutsame Einengung (Stenose) der Vorderwandarterie (LAD).
Darstellung von Bypässen mittels CT. Es sind drei funktionstüchtige Bypässe dargestellt.

Was ist weiterhin für Sie und den behandelnden Arzt wichtig zu wissen?

Die Computertomographie ist ein Röntgenverfahren, d.h. der Patient wird einer Strahlenbelastung ausgesetzt, die vom Umfang der Untersuchung abhängig ist. Da Röntgenstrahlen, je nach Dosierung, längerfristig angewandt, schädlich sein können, sollte eine unnötige Strahlenbelastung möglichst vermieden werden. Das bedeutet, die Indikation für eine CT-Untersuchung muss zunächst genau überprüft werden. Sie sollten einen Röntgenpass mit sich führen aus dem hervorgeht, wann Sie sich einer Röntgen- oder CT-Untersuchung unterzogen haben.

Weiterhin ist für den untersuchenden Arzt wichtig, ob bei Ihnen ein Diabetes mellitus (Zuckererkrankung) mit entsprechender Behandlung vorliegt. Manche Medikamente (z.B. Metformin) vertragen sich nicht mit Kontrastmittel. Die Einnahme dieser Medikamente muss unter Umständen kurzfristig unterbrochen werden.

Unbedingt müssen Sie ihren Arzt informieren, ob bei ihnen eine Kontrastmittelunverträglichkeit vorliegt, damit entsprechende vorbeugende Maßnahmen rechtzeitig getroffen werden können.

Bei einer CT-Untersuchung mit Kontrastmittel sollten Laborwerte über die Schilddrüsen- und Nierenfunktion vorliegen. In der Regel genügen hier ein aktueller TSH- und Kreatininwert.